BRÜSSEL, 30. September 2026 /PRNewswire/ -- Inmitten geopolitischer Spannungen und extremer Wetterereignisse hat Europas Stromsystem bewiesen, dass es Verbraucher und Industrie vor der Volatilität fossiler Brennstoffe schützen kann. Dies zeigt das Eurelectric-Power Barometer 2026. Die Strompreise in der EU stiegen zwischen Februar und August 2026 um 22,8 %, während die Gaspreise um 88,4 % in die Höhe schnellten. Der Bericht zeigt, wie die saubere Stromerzeugung die Auswirkungen abfederte, und hebt zugleich hervor, dass Speicher, Netze und Flexibilitätslösungen ausgebaut werden müssen, um diese Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Nach der Blockade der Straße von Hormus stiegen die Gaspreise zwischen Februar und Mai um 41 %, während die Strompreise in der EU tatsächlich um 7 % sanken. Ein rekordheißer Sommer trieb die Strompreise anschließend nach oben, da die Gaspreise neue Höchststände erreichten, die Wasserkrafterzeugung in Skandinavien zurückging und die Verfügbarkeit der Kernenergie aufgrund hoher Flusstemperaturen, niedriger Wasserstände und geplanter Wartungsarbeiten sank. Dennoch erwies sich Strom über den gesamten Zeitraum hinweg als deutlich widerstandsfähiger gegenüber dem Schock bei fossilen Brennstoffen.
„2026 war von schweren Störungen auf den globalen Energiemärkten geprägt und hat erneut die Risiken einer Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen offengelegt. Inmitten dieser Turbulenzen sehen wir einen klaren Beweis dafür, dass Europas Entscheidung für saubere Elektrizität Früchte trägt", sagte Kristian Ruby, Generalsekretär von Eurelectric.
Dem Bericht zufolge stammten 72 % der Stromerzeugung in der EU im Jahr 2026 aus sauberen Quellen, wodurch der Einfluss fossiler Brennstoffe auf die Strompreise begrenzt wurde. Um die Vorteile lokal erzeugter Elektrizität jedoch vollständig nutzen zu können, ist ein schnellerer Ausbau von Speicher- und Flexibilitätslösungen erforderlich.
Bulgarien verdeutlicht die Wirkung von Speichern: Nach dem Ausbau von 5,4 GW Batteriekapazität gingen die Großhandelsstrompreise von 21 % über dem EU-Durchschnitt im Jahr 2024 auf nur noch 8,3 % über dem Durchschnitt im Jahr 2026 zurück. Grund dafür ist die geringere Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffen in Zeiten hoher Nachfrage. Europa hinkt jedoch hinterher: Die netzdienliche Speicherkapazität lag 2025 bei 64 GW. Selbst mit zusätzlich geplanten 78 GW bleibt sie deutlich unter dem EU-Ziel von 200 GW bis 2030.
Zur Stärkung von Europas Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit fordert Eurelectric beschleunigte Genehmigungsverfahren für Netze, Speicher und saubere Stromerzeugung, stärkere Anreize für Flexibilität sowie einen stabilen Investitionsrahmen, der effiziente Marktsignale zugunsten der Elektrifizierung aufrechterhält.
Der Bericht enthält außerdem wichtige Daten zu Elektrifizierung, Nachfrage, Emissionen und weiteren Trends. Hier können Sie ihn lesen.
Hinweis für Redaktionen:
Eurelectric vertritt die gemeinsamen Interessen der europäischen Elektrizitätswirtschaft. Als Stimme von mehr als 3.500 Stromunternehmen fördern wir die Rolle der Elektrizität für den gesellschaftlichen Fortschritt.
Pressekontakt:
Chiara CARMINUCCI
Beraterin – Presse- und Medienarbeit
ccarminucci@eurelectric.org
+32476871575
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Mercedes-Benz verzeichnet ein zunehmend zweigeteiltes Bild seiner weltweiten Fahrzeugverkäufe. Während die Konzernzahlen im dritten Quartal 2026 global rückläufig waren, meldet die Indien-Tochter ein Rekordquartal. In Indien setzte Mercedes-Benz im Zeitraum Juli bis September 5.422 Fahrzeuge ab, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich der beste Quartalswert in der Geschichte des Unternehmens im Land. Von Januar bis September summierten sich die Verkäufe dort auf 15.190 Einheiten, rund 8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Auf Konzernebene dagegen schrumpften die Auslieferungen im gleichen Quartal. Weltweit setzte Mercedes-Benz 491.700 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab, ein Minus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Pkw-Geschäft allein sanken die globalen Verkäufe um 8 Prozent auf 407.200 Einheiten. Besonders belastend wirkte die Entwicklung in Asien und hier vor allem in China: In der Volksrepublik gingen die Pkw-Verkäufe um knapp ein Drittel auf 86.800 Fahrzeuge zurück, konzernweit meldete der Hersteller für Asien ein Minus von 25 Prozent auf 132.300 Autos. Ein Zuwachs in Europa und Nordamerika reichte nicht aus, um die Schwäche in China zu kompensieren.
Kontrastreich präsentiert sich auch das Bild in den oberen Preissegmenten. In Indien trugen Top-End-Luxusmodelle – darunter S‑Klasse, Mercedes‑Maybach, EQS Maybach SUV, G‑Klasse, V‑Klasse und AMG‑Modelle – maßgeblich zum Wachstum bei: Diese Klasse legte dort im Jahresvergleich um mehr als 13 Prozent zu und kam auf über ein Viertel des Gesamtabsatzes. Innerhalb dieses Segments nutzten laut Unternehmen fast drei Viertel der Kunden das MANUFAKTUR‑Personalisierungsprogramm. Die Performance-Marke AMG steigerte ihre Auslieferungen in Indien um mehr als 18 Prozent, das AMG G 63 erzielte den höchsten monatlichen Absatz seit Markteinführung. Global hingegen verzeichnete Mercedes-Benz im teuersten Segment aus S‑Klasse, Maybach und AMG ein deutliches Minus von gut 20 Prozent im dritten Quartal.
Stärker als die Verbrenner legten weltweit die batterieelektrischen Modelle zu. Vertriebs- und Marketingvorstand Mathias Geisen sprach von dem höchsten Quartalsabsatz vollelektrischer Pkw in der Unternehmensgeschichte; in Europa war nahezu jedes dritte verkaufte Auto rein elektrisch. Der elektrische GLC trug dabei überproportional zum Wachstum bei und vervielfachte seine Verkäufe gegenüber dem zweiten Quartal. In Indien setzt der Konzern seinen Fokus ebenfalls auf Elektrifizierung: Dort stehen die Markteinführung einer elektrifizierten S‑Klasse mit Auslieferungsstart Mitte Oktober sowie die Premiere des GLC BEV Anfang November an, die das Portfolio am Subkontinent weiter ausbauen sollen.
Die Transportersparte Vans erwies sich zuletzt als Stabilitätsanker. Mit einem Plus von 1 Prozent auf 84.400 Fahrzeuge hielt sich das Segment im dritten Quartal nahezu auf Vorjahresniveau. Insgesamt aber bleibt der Druck auf das Kerngeschäft hoch, da der Wettbewerb im wichtigen Markt China nach Konzernangaben intensiv und das Umfeld weiterhin schwierig ist. In dem Land gehören der GLC und die E‑Klasse zu den meistverkauften Baureihen des Herstellers und machen dort fast zwei Drittel der Pkw-Verkäufe aus. Die anhaltende Schwäche in China, die bereits im zweiten Quartal mit einem Absatzminus von rund 30 Prozent sichtbar war, unterstreicht für Mercedes-Benz die Bedeutung eines breiter diversifizierten Wachstums – mit Märkten wie Indien, in denen das Premium- und Luxusgeschäft derzeit gegensätzlich zum Trend zulegt.