Bahnbrechende globale Studie legt ersten internationalen Referenzrahmen für Lebertransplantationen bei Kindern fest

11.05.2026

Die Studie Bridge to life" wird auf dem Internationalen Kongress 2026 der Internationalen Lebertransplantationsgesellschaft (ILTS) vom 6. bis 9. Mai 2026 in Genf, Schweiz, als bahnbrechende klinische Studie vorgestellt

DULUTH, Ga., 11. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Eine erstmalig durchgeführte globale Multicenterstudie hat den ersten internationalen Referenzrahmen für pädiatrische Lebertransplantationen (PLT) geschaffen, der einen lang erwarteten Referenzrahmen für Morbidität, Komplikationen, Transplantatüberleben und Empfängerergebnisse in verschiedenen pädiatrischen Transplantationspopulationen weltweit darstellt.

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Diese bahnbrechende klinische Studie, die auf dem internationalen Kongress der International Liver Transplantation Society (ILTS) 2026 in Genf, Schweiz, vorgestellt wurde, befasst sich mit einem der größten ungedeckten Bedürfnisse in der pädiatrischen Transplantation: das Fehlen von weltweit standardisierten Ergebnismaßstäben für die Transplantatauswahl, die Risikostratifizierung und die Qualitätsbewertung nach der Transplantation. Weitere Einzelheiten finden Sie unter und hier für die Zusammenfassung.

Unter der Leitung von Sapana Verma, MD, PhD, und unter der Mentorschaft von Prof. Andrea Schlegel von der Cleveland Clinic analysierte die Studie primäre pädiatrische Lebertransplantationen, die zwischen 2000 und 2024 in neun großen Transplantationszentren in Nordamerika, Asien, Europa, Südamerika und Afrika/Nahost durchgeführt wurden.

"Weltweit anerkannte Benchmark-Standards für die pädiatrische Lebertransplantation haben bisher gefehlt", so Dr. Verma. "Unser Ziel war es, internationale Referenzstandards für Morbidität und Überleben nach einer pädiatrischen Lebertransplantation festzulegen und einen datengestützten Entscheidungsrahmen für die Transplantatauswahl in heterogenen pädiatrischen Untergruppen zu entwickeln."

Die Benchmark-Kohorte wies eine deutlich geringere Hauptmorbidität, weniger Nieren-, Gefäß- und Gallenkomplikationen sowie eine kürzere Verweildauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus auf. Wichtig ist, dass das Benchmarking-Modell eine robuste Differenzierung der Ergebnisse in heterogenen pädiatrischen Populationen ermöglichte, wodurch eine skalierbare Plattform für die künftige globale Qualitätsbewertung und risikoadjustierte Ergebnisanalyse geschaffen wurde.

Die Forscher planen, die Arbeit auf eine multizentrische Kohorte von ≥10.000 Empfängern auszudehnen, um endgültige globale Referenzstandards festzulegen und die Ergebnisschwellenwerte für Alter, Gewicht, Ätiologie der Lebererkrankung, Transplantattyp und kombinierte Risikoprofile der Empfänger zu validieren.

"Diese Arbeit ist sehr wichtig, weil es in der pädiatrischen Transplantation bisher keine standardisierten Referenzpunkte gab wie in der Erwachsenentransplantation", sagte Don Webber, Präsident und CEO von Bridge to Life Ltd. "In dem Maße, wie sich das Feld in Richtung einer präzisen Transplantatbeurteilung, einer Bewertung der Lebensfähigkeit und optimierter Erhaltungsstrategien wie der hypothermen Sauerstoffperfusion (HOPE) entwickelt, werden robuste Benchmark-Standards unerlässlich. Diese Referenzstandards helfen nicht nur zu definieren, wie Erfolg aussieht, sondern auch, wie wir den Zugang zu sicheren Transplantationen für mehr pädiatrische Patienten weltweit verbessern können."

Die Forschung mit dem VitaSmart™ Hypothermic Oxygenated Perfusion (HOPE)-System von Bridge to Life hat gezeigt, dass HOPE bei der Lebertransplantation in der Pädiatrie sicher und effektiv ist, was die wachsende Rolle der maschinellen Perfusion und der lebensfähigkeitsorientierten Entscheidungsfindung in dieser hochspezialisierten Patientengruppe unterstützt.

Da sich die pädiatrische Transplantation in Richtung einer individuelleren Transplantatauswahl und eines breiteren Einsatzes fortschrittlicher Konservierungstechnologien bewegt, bilden diese neu festgelegten Benchmark-Standards eine wichtige Grundlage für die nächste Generation klinischer Entscheidungen. Während Benchmarking definiert, was erreichbar ist, bieten fortschrittliche Erhaltungsstrategien wie HOPE einen vielversprechenden Weg, um Transplantate mit höherem Risiko näher an die Benchmark-Ergebnisse heranzuführen.

Informationen zu Bridge to Life™ Ltd

Bridge to Life™ Ltd ist ein globaler Innovator von Technologien und Lösungen zur Organkonservierung und bietet erstklassige Produkte wie Belzer UW®, EasiSlush® und das VitaSmart™ Hypothermic Oxygenated Perfusion System an. Mit einem starken Fokus auf Produktqualität, Innovation und Zugänglichkeit bedient das Unternehmen weltweit führende Transplantationszentren und Organbeschaffungsorganisationen und arbeitet mit ihnen zusammen.

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Rollentausch im Digitalunterricht: Wenn Schüler Social-Media-Experten sind

04.05.2026

In der Debatte um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen rücken österreichische Schulen zunehmend in den Fokus. Golli Marboe, Initiator der „Mental Health Days“, fordert, Lehrerinnen und Lehrer deutlich stärker zu unterstützen – und zugleich in die Pflicht zu nehmen. Im Gespräch mit der APA plädierte er dafür, dass alle Pädagoginnen und Pädagogen einmal im Jahr verpflichtend eine Fortbildung zu einem Thema rund um das psychische Wohlbefinden absolvieren. Zusätzlich brauche es ein strukturiertes Angebot zur regelmäßigen Supervision.

Marboe verweist darauf, dass der Lehrberuf damit eine Sonderrolle einnimmt: „Es ist der einzige Sozialberuf, der das nicht hat“, sagt er mit Blick auf fehlende Supervisionsstrukturen. Nach seiner Vorstellung sollen Lehrkräfte damit nicht nur entlastet, sondern auch besser befähigt werden, Warnsignale bei Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu erkennen und professionell darauf zu reagieren. Die Forderung zielt auf eine langfristige Verankerung von Mental-Health-Kompetenz im Schulalltag ab.

Zusätzlichen Druck erzeugt aus Sicht von Fachleuten der Umgang Jugendlicher mit sozialen Medien. Barbara Haid, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP), unterstützt ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige ausdrücklich. „Kinder brauchen keine sozialen Medien“, betont sie und spricht sich für einen altersgerechten, schrittweisen Zugang aus – ähnlich wie beim Führerschein, für den man lernen und eine Prüfung ablegen müsse. Besonders problematisch seien sogenannte „Endless Reels“, also endlos scrollbare Kurzvideo-Formate, die nach Einschätzung von Haid und Marboe stärkere Auswirkungen auf die Psyche haben können als klassische Textnachrichten, während Ängste gleichzeitig diffuser würden.

Dass viele Lehrkräfte im Bereich Social Media weniger sattelfest sind als ihre Schülerinnen und Schüler, sehen die beiden Experten nicht als Nachteil. Marboe zieht den Vergleich mit Suchtprävention: Man müsse „nicht jede Droge ausprobieren, um darüber reden zu können, dass Drogen schlecht sind“. Haid verweist auf Klassen, in denen sich Lehrende digitale Plattformen von den Jugendlichen erklären lassen. Diese bewusste Rollenumkehr könne die Beziehungsebene stärken, weil die Schülerinnen plötzlich als Expertinnen auftreten. Aus Sicht der Befürworter solcher Ansätze ist das Zusammenspiel aus besser geschulten Pädagoginnen, klareren Social-Media-Regeln und strukturierten Unterstützungsangeboten ein zentraler Baustein, um die mentale Gesundheit junger Menschen im Bildungssystem langfristig zu stabilisieren.