Wirtschaftsexperten mahnen bei Spritpreis-Debatte zur Vorsicht

11.03.2026


Die hohen Spritpreise in Österreich haben in Politik und Wirtschaft eine lebhafte Debatte über mögliche Gegenmaßnahmen ausgelöst, konkrete Schritte zur Kostenreduktion wurden jedoch noch nicht gesetzt. Die Regierung prüft verschiedene Optionen, wobei die ÖVP eine Steuersenkung ins Spiel bringt, während die SPÖ über einen Preisdeckel nach kroatischem Vorbild nachdenkt. Der massive Preisanstieg am Montag sorgte für politische Betriebsamkeit, doch Experten zeigen sich zurückhaltend gegenüber staatlichen Eingriffen.

Die aktuellen Preisdaten zeigen, dass der große Preisschock bisher ausgeblieben ist: Der österreichweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel lag am Montag bei 1,959 Euro, knapp unter der psychologisch wichtigen Zwei-Euro-Marke. Bei Superbenzin betrug der Schnitt 1,729 Euro pro Liter. Regionale Unterschiede sind deutlich spürbar – am teuersten wurde in Tirol mit 1,789 Euro für Super und 1,969 Euro für Diesel getankt. Diese Daten stammen vom Spritpreisrechner der E-Control, der täglich die Durchschnittspreise des Vortages abbildet.

Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher äußerte sich zurückhaltend zu möglichen staatlichen Eingriffen: "Jede Maßnahme, die man trifft, egal, ob es ein Preisdeckel ist oder ob man bei der Steuer was macht, erfordert entweder auf der einen Seite eine Subventionierung, irgendwo Geld aus dem Budget, oder eine Rationierung, weniger Verbrauch, was gar nicht so einfach ist." Er betonte, dass eine reine Steuersenkung Vielverbraucher bevorzugen würde und riet: "Nicht überhastet zu reagieren, ist, glaube ich, richtig im Moment." Auch Wifo-Chef Gabriel Felbermayr sprach sich gegen einen Preiseingriff zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Der industrienahe Think Tank Agenda Austria verwies auf den Anstieg beim CO2-Preis als Teil des Spritpreises. Bei einem Super-Preis von 1,70 Euro fließen rund 12,5 Cent als Klimaabgabe ins Budget, während der CO2-Preis im Jahr 2022 lediglich bei 6,8 Cent gelegen sei. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betonte beim Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister in Brüssel die Bedeutung eines gezielten und strategischen Vorgehens. Die politischen Positionen bleiben unterschiedlich: Während Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) eine zeitweise Steuersenkung erwägt, fordert FPÖ-Chef Herbert Kickl ein "sofortiges Eingreifen".

Spritpreise in Österreich steigen erneut – Superbenzin nähert sich 1,74 Euro

14.03.2026


Autofahrer in Österreich müssen weiter mit hohen Treibstoffkosten leben. Laut dem Spritpreisrechner der Regulierungsbehörde E-Control kostete ein Liter Diesel am Donnerstag im österreichweiten Schnitt 1,939 Euro und damit exakt so viel wie am Vortag. Der Durchschnittspreis für Superbenzin zog hingegen leicht an und lag bei 1,739 Euro je Liter, nach 1,729 Euro am Mittwoch. Damit setzte sich der schwankende, insgesamt aber erhöhte Preistrend der vergangenen Tage fort.

Bereits am Mittwoch hatten sich die Spritpreise nach E-Control-Daten nur moderat bewegt. Im österreichweiten Durchschnitt waren Diesel mit 1,939 Euro je Liter und Superbenzin mit 1,729 Euro etwas günstiger gewesen als am Dienstag, als für Diesel im Schnitt 1,954 Euro und für Superbenzin 1,744 Euro zu bezahlen waren. Der jüngste Anstieg bei Super hat diesen kurzfristigen Rückgang damit teilweise wieder ausgeglichen, während Diesel auf dem zuvor erreichten Niveau verharrt.

Deutlich zeigen sich weiterhin regionale Unterschiede. Am günstigsten tankten Konsumenten zuletzt im Burgenland, während sowohl Diesel als auch Superbenzin in Salzburg und Tirol am teuersten waren. Diese Spannbreite zwischen den Bundesländern bleibt damit ein prägendes Merkmal des österreichischen Tankstellenmarkts. E-Control veröffentlicht die Durchschnittspreise des Vortages täglich um 8.00 Uhr auf Basis der Meldungen der Tankstellen.

Regulatorisch gilt derzeit, dass Tankstellen ihre Spritpreise nur einmal pro Tag um 12.00 Uhr anheben dürfen; Preissenkungen sind hingegen jederzeit möglich. Auf dieser Grundlage bilden die tagesaktuellen Daten ein Bild eines Marktes, der zwar nur geringe tägliche Ausschläge zeigt, sich aber insgesamt auf einem anhaltend hohen Preisniveau eingependelt hat.