
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt plant Ermittlungen gegen den ÖVP-Fraktionsführer im parlamentarischen Untersuchungsausschuss, Andreas Hanger. Dem Nationalratsabgeordneten wird eine mögliche falsche Beweisaussage im Zusammenhang mit der Grazer FPÖ-Finanzcausa vorgeworfen, wie der „Standard“ berichtet. Weil Hanger als Abgeordneter über parlamentarische Immunität verfügt, kann ein Verfahren erst eingeleitet werden, wenn der Nationalrat seine Auslieferung beschließt. Voraussetzung dafür ist, dass das Parlament keinen unmittelbaren beruflichen Zusammenhang zwischen dem vorgeworfenen Verhalten und der parlamentarischen Tätigkeit erkennt.
Auslöser der Causa ist eine Finanzaffäre rund um die Grazer FPÖ, die Gegenstand des von der ÖVP eingesetzten Untersuchungsausschusses zum angeblichen „rot-blauen Machtmissbrauch“ war. Laut übereinstimmenden Aussagen mehrerer damaliger Fraktionsführerinnen und Fraktionsführer – darunter Meri Disoski (Grüne), Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) und Yannick Shetty (Neos) – soll Hanger Anfang 2024 in einer Besprechung einen USB-Stick verteilt haben, auf dem sich zumindest Teile des Ermittlungsakts gegen mehrere steirische FPÖ-Politiker befanden. Diese Darstellung steht im Zentrum des Verdachts, Hanger könnte Ermittler falsch informiert haben.
Hanger hatte gegenüber den zuständigen Behörden angegeben, den Strafakt zur Grazer FPÖ-Finanzcausa „weder in elektronischer noch in physischer Form“ erhalten zu haben. Er betonte, er habe von einem Anwalt lediglich aufgearbeitete Informationen für die Arbeit im Untersuchungsausschuss bekommen, nicht aber den eigentlichen Ermittlungsakt. In einem Verfahren gegen den früheren FPÖ-Politiker Alexis Pascuttini war Hanger dazu befragt worden. Pascuttini soll laut Verdacht den Strafakt an die ÖVP verkauft haben, weist diesen Vorwurf jedoch zurück und bestreitet, jemals Akten verkauft zu haben.
Politisch zeigt sich Hanger laut APA unbeeindruckt von den Ermittlungsplänen. Er habe stets klar gemacht, dass ihm Unterlagen für die Ausschussarbeit zur Verfügung gestanden seien; die konkrete Form der Unterlagen sei aus seiner Sicht zweitrangig. Zugleich sieht er die Weitergabe von Informationen im Rahmen des Untersuchungsausschusses als Teil seiner politischen Tätigkeit – ein Argument, auf das er mit Blick auf seine Immunität und eine mögliche Auslieferungsentscheidung des Nationalrats setzt. Ob das Parlament dem Wunsch der Staatsanwaltschaft folgt, dürfte damit zu einem weiteren Konfliktpunkt im ohnehin polarisierten Umgang mit dem Untersuchungsausschuss werden.
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Die Oberbank treibt ihren Generationenwechsel an der Spitze konsequent voran und sorgt damit für Planungssicherheit bei Investoren. Der Aufsichtsrat hat Martin Seiter zum Nachfolger von Generaldirektor Franz Gasselsberger bestellt und den Führungsumbau vollständig abgesegnet. Gasselsberger, seit 28 Jahren im Vorstand und fast drei Jahrzehnte prägende Figur des Instituts, wird seinen bis 2027 laufenden Vertrag auf eigenen Wunsch bereits mit Jahresende 2026 beenden. Mit 1. Jänner 2027 übernimmt Seiter offiziell die Rolle des Generaldirektors.
Der 40-jährige Seiter gilt als ausgewiesenes Eigengewächs der Bank. Er gehört der Geschäftsleitung seit 2020 an und verantwortete zuletzt das Firmenkundengeschäft sowie die Aktivitäten in Deutschland. Mit seiner Bestellung setzt die Oberbank bewusst auf Kontinuität und interne Stabilität. Der scheidende Konzernchef Gasselsberger sprach von einer "perfekten Besetzung aus den eigenen Reihen" und unterstreicht damit, dass der Übergang nicht als Bruch, sondern als Fortführung der bisherigen strategischen Linie verstanden werden soll.
Parallel zur internen Nachfolgeregelung holt sich die Oberbank zusätzliche Expertise von außen an Bord. Bereits mit 1. Oktober wird der Vorstand um Rainer Polster erweitert. Polster ist derzeit Finanzvorstand der Oldenburgischen Landesbank und soll in Linz künftig die Bereiche Treasury, Kapitalmarkt, Kommerzkundengeschäft sowie den deutschen Markt verantworten. Er bringt zudem Erfahrung aus der direkten Beaufsichtigung einer Bank durch die Europäische Zentralbank mit – ein Aspekt, der für die Oberbank an Bedeutung gewinnt, da ihr ebenfalls eine direkte EZB-Aufsicht bevorsteht. Ergänzt wird das neue Führungsteam durch Florian Hagenauer, der seit 2009 dem Vorstand angehört und mit Jahresbeginn 2027 zum stellvertretenden Generaldirektor aufrückt.
Die Kapitalmärkte honorieren die geordnete Nachfolgeregelung und den klar strukturierten Umbau des Top-Managements. Die Oberbank-Aktie markierte am Mittwoch mit 79,60 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und setzt damit ihren langfristigen Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn legte das Papier um rund 4,7 Prozent zu. Die Kombination aus frühzeitiger Klarheit über die künftige Führung, einem Mix aus interner Kontinuität und externen Impulsen sowie der Vorbereitung auf eine verschärfte Aufsicht durch die EZB wird von Anlegern als Signal für Verlässlichkeit und strategische Handlungsfähigkeit interpretiert.