Schwarzer Tag für die SPD: Rheinland-Pfalz markiert historischen Tiefstand

23.03.2026


Rheinland-Pfalz steht vor einem tiefgreifenden politischen Umbruch: Nach 35 Jahren verliert die SPD die Regierungsführung in Mainz und muss sich voraussichtlich in einer großen Koalition unter CDU-Führung mit der Rolle des Juniorpartners begnügen. Die bisher letzte Ampel-Regierung Deutschlands ist damit Geschichte. Die Christdemokraten um Spitzenkandidat Gordon Schnieder, der aus der Eifel stammt, können nach Jahrzehnten in der Opposition auf den Einzug in die Staatskanzlei hoffen – als deutlich stärkerer Partner in einem Bündnis mit der SPD.

Für die Sozialdemokraten markiert die Landtagswahl einen historischen Tiefpunkt. Das Gesicht der Niederlage ist Alexander Schweitzer, der erst im Sommer 2024 Malu Dreyer als Ministerpräsident abgelöst hatte und den Wahlkampf konsequent auf seine Person zugeschnitten führte. Schweitzer trat als erfahrener Landesvater und Problemlöser auf, setzte auf den Amtsinhaber-Bonus und sprach offen vom „Kampf meines Lebens“. Früh machte er klar, dass er bei einer Niederlage nicht als Minister in ein Kabinett Schnieder einziehen werde. Nach den Prognosen von ARD und ZDF hat dieser Alles-oder-nichts-Kurs für die SPD nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Der Wahlkampf selbst verlief weitgehend konfliktarm. Sowohl Schweitzer als auch Schnieder verzichteten auf harte Attacken und inszenierten sich als bodenständige Kandidaten mit ländlicher Herkunft, die sich privat duzen. Auch die Abschlussveranstaltungen blieben im Ton moderat: Während die CDU in Bad Dürkheim mit Blaskapelle, Udo-Jürgens-Medley und der Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz auftrat, setzte die SPD in Schweitzers Heimatstadt Landau auf pfälzische Klänge und Partei-Prominenz aus den eigenen Reihen – von Rudolf Scharping über Kurt Beck bis Malu Dreyer. Beide Seiten gaben Platz eins als Wahlziel aus, im Bewusstsein, dass sie schon bald gemeinsam am Kabinettstisch sitzen könnten.

Mit dem Machtwechsel stellt sich für die SPD nun die Führungsfrage. Da Schweitzer der angekündigten großen Koalition nicht angehören will, braucht die Partei eine neue prägende Figur. Vieles deutet auf Sabine Bätzing-Lichtenthäler hin, die aktuelle SPD-Fraktions- und Landeschefin und frühere Gesundheitsministerin. An der Spitze der Landespolitik würden sich damit zwei Vertreter aus dem Norden des Bundeslands gegenüberstehen: der wahrscheinliche neue CDU-Ministerpräsident Gordon Schnieder und die Westerwälderin Bätzing-Lichtenthäler. Für beide großen Parteien bedeutet die neue Konstellation eine Zäsur – für die CDU den Schritt aus der Oppositionsrolle in die Regierungsverantwortung, für die SPD den Abschied von einer jahrzehntelangen Dominanz in Rheinland-Pfalz.

Lenzing-Aktionäre entscheiden über erweiterten Spielraum bei Veräußerung eigener Aktien

24.03.2026


Lenzing AG, der börsennotierte Faserhersteller mit Sitz in Lenzing an der Ager, hat die Einberufung zu seiner 82. ordentlichen Hauptversammlung veröffentlicht. Das Aktionärstreffen ist für Donnerstag, den 23. April 2026, um 10:00 Uhr MESZ im Kulturzentrum Lenzing in der Johann-Böhm-Straße 1 angesetzt. Grundlage ist die Einladung, die über EQS veröffentlicht wurde und die vollständige Tagesordnung sowie die formalen Rechte der Aktionäre beschreibt.

Auf der Agenda stehen zentrale Governance- und Finanzthemen: Vorgesehen ist die Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2025, inklusive Lageberichten, Corporate-Governance-Bericht und konsolidierter Nachhaltigkeitserklärung sowie des Berichts des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025. Die Aktionäre sollen über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für 2025, die Festsetzung der Vergütung des Aufsichtsrats für 2026, Wahlen in den Aufsichtsrat, den Vergütungsbericht sowie die Wahl des Abschlussprüfers für den Jahres- und Konzernabschluss sowie für die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung 2026 abstimmen.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte den vorgesehenen Beschlüssen zur Kapitalpolitik gelten. Unter Tagesordnungspunkt 8a soll der Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, erneut ermächtigt werden, für maximal 30 Monate ab Beschlussdatum eigene Aktien gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 AktG in einem Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch die Möglichkeit der Einziehung eigener Aktien und ersetzt eine vergleichbare, auf der Hauptversammlung vom 18. April 2024 erteilte und nun zu widerrufende Ermächtigung. Unter Punkt 8b ist zudem eine neue Ermächtigung vorgesehen, eigene Aktien in anderer Form als über die Börse oder ein öffentliches Angebot zu veräußern und dabei gegebenenfalls das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen; auch diese Kompetenz soll die bisherige, 2024 beschlossene Regelung ablösen.

Die Einladung präzisiert außerdem die Rechte der Anteilseigner. Aktionäre, die einzeln oder gemeinsam mindestens 5% des Grundkapitals halten und diese Beteiligung seit mindestens drei Monaten vor Antragstellung besitzen, können schriftlich verlangen, zusätzliche Punkte auf die Tagesordnung zu setzen. Ein entsprechendes Verlangen muss der Gesellschaft bis spätestens 2. April 2026, 24:00 Uhr MESZ, per Post oder Boten an die Firmenadresse in 4860 Lenzing an der Ager, Werkstraße 2, zu Händen von Sébastien Knus, oder per E-Mail an die angegebene Gesellschaftsadresse zugehen. Weitere Unterlagen, darunter der Jahresfinanzbericht 2025 samt Jahres- und Konzernabschluss, Lageberichten sowie der konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung, sollen laut Einladung spätestens ab 2. April 2026 auf der Website des Unternehmens zur Verfügung stehen.