
Die UBM Development AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn vor Steuern von 3,9 Mio. Euro abgeschlossen und damit ihr zuvor kommuniziertes Ziel übertroffen. Entscheidend war ein starkes viertes Quartal, das den Verlust zu Jahresbeginn überkompensierte. Der Konzern nutzte die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und konnte den bereits soliden Einzelverkauf von Wohnungen gegenüber 2024 nochmals um 12 Prozent steigern. Insgesamt setzte UBM im Jahr 2025 452 Wohneinheiten ab und erhöhte den Umsatz um 31,1 Prozent.
UBM-Chef Thomas G. Winkler sieht die Wohnimmobilienmärkte aus der Talsohle heraus: Die Assetklasse Wohnen habe die Krise hinter sich gelassen, sagte er mit Verweis auf rückläufiges Angebot, steigende Preise und eine ungebrochen hohe Nachfrage. Diese Rahmenbedingungen kommen dem Entwickler entgegen, der eine Pipeline von rund 2.000 Wohnungen in seinen Kernmärkten Österreich, Deutschland und Tschechien hält. In diesem Umfeld positioniert sich UBM nach eigenen Angaben als Anbieter, der von der Knappheit in Ballungsräumen und einem strukturell hohen Bedarf profitieren will.
Strategisch stellt der Konzern sein Portfolio zugleich breiter auf. Im Zuge eines Portfolio-Rebalancings sollen Mittel aus bestehenden Projekten freigesetzt und gezielt in das Segment „Bezahlbares Wohnen“ umgeleitet werden. In diesem Bereich diagnostiziert UBM bereits heute einen erheblichen, bislang nicht ausreichend gedeckten Nachfragedruck, der sich voraussichtlich weiter verstärken wird. Künftig will das Unternehmen mit einer klaren Zwei-Produkt-Strategie agieren: einem Segment „Bezahlbar“ und einem Premium-Segment.
Um Wohnen leistbarer zu machen, setzt UBM auf eine deutliche Reduktion der Baukosten durch Standardisierung, Vorfertigung und Modularisierung. Nach Unternehmenssicht sind zusätzlich verkürzte Genehmigungszeiten und eine Vereinfachung komplexer regulatorischer Vorgaben nötig, um Projekte schneller und günstiger realisieren zu können. Während im Premium-Segment weiterhin die Holz-Hybrid-Bauweise in urbanen Lagen im Mittelpunkt steht, verfolgt UBM im Bereich „Bezahlbares Wohnen“ einen technologieoffenen Ansatz, der auch Standorte jenseits klassischer A-Städte stärker in den Blick nimmt und das Pipeline-Volumen weiter erhöhen soll.

Die Austria Presse Agentur (APA) steigt mit einem eigenen KI-Sprachmodell in die Riege technischer Plattformanbieter im Mediensektor auf. Gemeinsam mit der AI Factory Austria AI:AT hat die Nachrichtenagentur „AustroBERT“ entwickelt, ein Modell der BERT-Familie, das ausschließlich auf APA-Agenturmeldungen trainiert wurde. Ziel ist zunächst die automatisierte Kategorisierung von Medientexten – ein Kernbaustein für Such- und Empfehlungssysteme, Archivierung und Analyse im redaktionellen Alltag.
Das Projekt wurde im Rahmen des FFG-Forschungsprogramms FAIRmedia umgesetzt und soll laut APA die technologische Auswahl an BERT-Systemen im deutschsprachigen Raum, insbesondere in Österreich, erweitern. Weil das Modell auf „sauberen, lizenzrechtlich einwandfreien Daten“ basiert, sieht die Agentur darin einen Beitrag zur Informations- und Technologiesouveränität. „AustroBERT“ wird unter einer wissenschaftlichen Lizenz veröffentlicht und steht damit Forschungs- und Bildungseinrichtungen kostenlos zur Verfügung. Medienunternehmen können Technologie und Modell zudem als kooperative Infrastruktur über die APA nutzen.
Eine der größten Hürden in der Entwicklung war der Zugriff auf genügend GPU-Ressourcen für ausreichend viele Trainingsläufe. Hier kam AI:AT ins Spiel: Die Organisation stellte einen professionell organisierten Zugang zur Infrastruktur des European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC) bereit. „AustroBERT“ gilt damit als Beispiel dafür, wie die europäische „AI Factories Initiative“ Hochleistungsrechner für konkrete Anwendungen in der Medienbranche nutzbar macht.
Aufbauend auf den Erfahrungen mit „AustroBERT“ plant die APA nach eigenen Angaben weitere Schritte: Vorgesehen ist die Entwicklung eines Small Language Model speziell für journalistische Anwendungsfälle; perspektivisch sollen auch größere Modellansätze geprüft werden. Für den österreichischen Medienmarkt markiert „AustroBERT“ damit nicht nur einen technologischen Testlauf, sondern auch den Versuch, eigene Standards und Infrastrukturen im wachsenden KI-Ökosystem zu etablieren.