
Implenia hat sich in der Schweiz und in Deutschland eine Reihe neuer Hochbau-Aufträge mit einem Gesamtvolumen von über 310 Millionen Schweizer Franken gesichert. Die Projekte sollen zwischen 2026 und 2028 realisiert werden. Der Bau- und Immobiliendienstleister positioniert sich damit weiter im Segment nachhaltiger Wohn- und Arbeitswelten sowie spezialisierter Infrastrukturbauten, darunter Einrichtungen für Bildung, Forschung, Pharma und eine Justizvollzugsanstalt.
In Vevey, in der stark nachgefragten Genferseeregion, tritt Implenia als Totalunternehmer für das neue Quartier „Jardins en Ville“ auf. Geplant sind 182 Eigentumswohnungen, ergänzende Gewerbeflächen, eine zweistöckige Tiefgarage und eine zentrale Grünanlage. Zusätzlich werden eine Dachterrasse mit Park sowie Obst- und Gemüsegärten realisiert. Die PEFC/FSC-zertifizierte Holzkonstruktion des Projekts soll die Standards Minergie-Eco sowie CECB A/B erfüllen und zielt damit auf hohe Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
In Mannheim errichtet Implenia am BUGA-Park schlüsselfertig das Spinelli-Wohnquartier in Holz-Hybridbauweise. Das Projekt umfasst zwei viergeschossige Gebäuderiegel sowie sieben vier- bis sechsgeschossige Punkthäuser mit insgesamt 225 Wohneinheiten. Das Quartier wird nach den Angaben der Projektverantwortlichen als erstes Stadtquartier für den gesamten Entwicklungsprozess von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert und dient damit als Referenz für integrierte nachhaltige Quartiersplanung.
Darüber hinaus schafft Implenia weiteren Wohnraum an attraktiven Lagen in Deutschland und der Schweiz. In Frankfurt entsteht im ersten Klimaschutzquartier der Stadt ein Ensemble von zwölf energieeffizienten Wohnhäusern mit rund 160 Passivhaus-Wohneinheiten. In München baut das Unternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft nach einer vorgelagerten Pre-Construction-Phase ein Mehrfamilienhaus mit 186 Wohnungen und zusätzlichen gewerblichen Nutzungen. In Nürnberg realisiert Implenia in ressourcenschonender Holz-Hybridbauweise drei Gebäude mit 76 Mietwohnungen sowie Flächen für Kindertagesstätte und Gewerbe. Ergänzt werden die Wohnprojekte durch neue Betriebs- und Produktionsstätten für die Justizvollzugsanstalt Siegburg sowie Bauten für Bildungs-, Forschungs- und Pharmaeinrichtungen, die das Hochbauportfolio des Konzerns verbreitern.

Die österreichische Polizei verlagert die Abnahme von Fingerabdrücken zunehmend auf die Straße: Anstatt Verdächtige für eine Identitätsfeststellung in die Inspektion zu bringen, können Beamtinnen und Beamte künftig direkt über ihre Diensthandys Fingerabdrücke nehmen. Das Innenministerium hat die Technologie, die seit 2019 gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) entwickelt wird, jetzt in einen breiten Probebetrieb überführt. Derzeit ist das System auf rund 600 Diensthandys in ganz Österreich im Einsatz.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bezeichnete die Lösung bei der Präsentation als deutliche Erleichterung für die Exekutive im Alltag. Wegfallende Fahrten zur Dienststelle sollen Zeit sparen und die Kapazitäten der Polizei erhöhen. Wie das Ministerium ausführt, zeigte sich der Effekt bereits bei einem fremdenpolizeilichen Schwerpunkt in Wien, bei dem zwei Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus sowie ein mutmaßlicher Suchtgiftdealer identifiziert wurden. Laut Karner ist die nun genutzte mobile Fingerabdruck-Technologie derzeit ein Alleinstellungsmerkmal der österreichischen Polizei.
Technisch baut das System auf den bereits ausgegebenen Diensthandys der Beamtinnen und Beamten auf. Nach Angaben des Innenministeriums besitzen alle Polizisten in Österreich ein eigenes Diensthandy, auf dessen Grundlage die Sensorentechnologie und die zugehörige IT für ein US-Produkt entwickelt wurden, das die Exekutive einsetzt. Die gescannten Fingerabdrücke werden aus dem Feld an eine Zentrale übermittelt, die binnen kurzer Zeit eine Rückmeldung liefert, ob belastende Informationen zu der überprüften Person vorliegen.
Das AIT verweist darauf, dass die mehrjährige Entwicklungszeit nicht nur auf die technische Umsetzung der Sensorik und Software zurückzuführen ist. Helmut Leopold, Leiter des Center for Digital Safety and Security am AIT, betonte, dass die Anwendung zugleich gesetzeskonform und datenschutzkonform ausgestaltet werden musste. Die rechtlichen Vorgaben sind im Sicherheitspolizeigesetz geregelt. Das Innenministerium hebt hervor, dass der Schutz der Privatsphäre eine zentrale Rolle in der Auslegung der neuen mobilen Fingerabdrucklösung spielt.