„Neue Ära“ für Salzburgs SPÖ: Arbeiterkammer-Manager Eder übernimmt Vorsitz

15.06.2026


Die Salzburger SPÖ hat ihre Führungsfrage geklärt und setzt für den politischen Neustart auf einen altbekannten Namen: Peter Eder, bisher Präsident der Arbeiterkammer Salzburg und zuvor bereits Co-Parteiobmann, wurde am Samstag auf dem Landesparteitag in St. Johann im Pongau mit 95,3 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Landesparteichef gewählt. Für die Partei beginne damit eine „neue Ära“, heißt es in einer Aussendung. Nach fast zwei Jahren Übergangsführung durch ein Trio erhält die Landesorganisation damit wieder eine klar definierte Spitze.

Die Stimmung in der Partei fällt deutlich optimistischer aus als noch vor wenigen Jahren. Bereits im Vorfeld des Parteitags hatte eine Mitgliederbefragung mit rund 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Eder mit 96 Prozent Zustimmung als Favoriten bestätigt. Mehr als 800 Parteimitglieder meldeten sich für den Landesparteitag im Kongresshaus St. Johann an – ein Signal, das innerparteilich als Ausdruck neuer Geschlossenheit interpretiert wird. Ein Parteimanager wird mit den Worten zitiert, so geschlossen sei die SPÖ Salzburg seit der Hochphase der früheren Landeshauptfrau Gabi Burgstaller nicht mehr aufgetreten.

Inhaltlich steckt Eder die Erwartungen hoch: Er will die Partei einen und mittelfristig zurück in die Landesregierung führen. Nach rund 15 Jahren in der Opposition peilen die Salzburger Sozialdemokraten die nächste reguläre Landtagswahl 2028 als Zeitpunkt für die Rückkehr an den Regierungstisch an. Der aktuelle Parteitag gilt als letzter großer programmatischer und personeller Markstein vor dieser Wahl. Nach dem historisch schlechtesten Ergebnis bei der vergangenen Landtagswahl setzen die Funktionäre darauf, dass mit der neuen Führung eine Trendwende eingeleitet werden kann. Politische Beobachter verweisen allerdings darauf, dass der Weg zurück in die Regierung kein Selbstläufer sein dürfte.

Eder, der politische Erfahrung als Bürgermeister und als AK-Präsident mitbringt, will Schwerpunkte bei Arbeitswelt, Familienpolitik, Pflege und Jugend setzen. Bundesparteichef Andreas Babler lobt ihn als jemanden mit „Bodenhaftung, Klarheit und Verlässlichkeit“, der wisse, für wen er Politik mache. In der Pflegepolitik verweist die SPÖ auf einen Erfolg, den sie gemeinsam mit Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren aus der Opposition heraus erzielt habe: Der von der schwarz-blauen Landesregierung geplante Wegfall des Pflegebonus in Salzburg wurde nach öffentlichem Druck zurückgenommen.

Beim Thema Migration setzte Eder auf dem Parteitag erste inhaltliche Marker. „Wer in Österreich leben will, muss Gleichberechtigung leben und akzeptieren“, erklärte der neue Landeschef. Gleichzeitig betonte er den Handlungsbedarf im Bildungsbereich, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Hier sei mehr nötig, um echte Chancengleichheit zu gewährleisten. Mit der klaren Positionierung zu integrationspolitischen Fragen und dem Fokus auf soziale Themen versucht die Salzburger SPÖ, sich personell geschlossen und programmatisch schärfer aufgestellt in Richtung Landtagswahl 2028 auszurichten.

Elektro-Offensive trägt Mercedes-Benz – trotz Absatzminus in China

08.10.2026


Mercedes-Benz verzeichnet ein zunehmend zweigeteiltes Bild seiner weltweiten Fahrzeugverkäufe. Während die Konzernzahlen im dritten Quartal 2026 global rückläufig waren, meldet die Indien-Tochter ein Rekordquartal. In Indien setzte Mercedes-Benz im Zeitraum Juli bis September 5.422 Fahrzeuge ab, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich der beste Quartalswert in der Geschichte des Unternehmens im Land. Von Januar bis September summierten sich die Verkäufe dort auf 15.190 Einheiten, rund 8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Auf Konzernebene dagegen schrumpften die Auslieferungen im gleichen Quartal. Weltweit setzte Mercedes-Benz 491.700 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab, ein Minus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Pkw-Geschäft allein sanken die globalen Verkäufe um 8 Prozent auf 407.200 Einheiten. Besonders belastend wirkte die Entwicklung in Asien und hier vor allem in China: In der Volksrepublik gingen die Pkw-Verkäufe um knapp ein Drittel auf 86.800 Fahrzeuge zurück, konzernweit meldete der Hersteller für Asien ein Minus von 25 Prozent auf 132.300 Autos. Ein Zuwachs in Europa und Nordamerika reichte nicht aus, um die Schwäche in China zu kompensieren.

Kontrastreich präsentiert sich auch das Bild in den oberen Preissegmenten. In Indien trugen Top-End-Luxusmodelle – darunter S‑Klasse, Mercedes‑Maybach, EQS Maybach SUV, G‑Klasse, V‑Klasse und AMG‑Modelle – maßgeblich zum Wachstum bei: Diese Klasse legte dort im Jahresvergleich um mehr als 13 Prozent zu und kam auf über ein Viertel des Gesamtabsatzes. Innerhalb dieses Segments nutzten laut Unternehmen fast drei Viertel der Kunden das MANUFAKTUR‑Personalisierungsprogramm. Die Performance-Marke AMG steigerte ihre Auslieferungen in Indien um mehr als 18 Prozent, das AMG G 63 erzielte den höchsten monatlichen Absatz seit Markteinführung. Global hingegen verzeichnete Mercedes-Benz im teuersten Segment aus S‑Klasse, Maybach und AMG ein deutliches Minus von gut 20 Prozent im dritten Quartal.

Stärker als die Verbrenner legten weltweit die batterieelektrischen Modelle zu. Vertriebs- und Marketingvorstand Mathias Geisen sprach von dem höchsten Quartalsabsatz vollelektrischer Pkw in der Unternehmensgeschichte; in Europa war nahezu jedes dritte verkaufte Auto rein elektrisch. Der elektrische GLC trug dabei überproportional zum Wachstum bei und vervielfachte seine Verkäufe gegenüber dem zweiten Quartal. In Indien setzt der Konzern seinen Fokus ebenfalls auf Elektrifizierung: Dort stehen die Markteinführung einer elektrifizierten S‑Klasse mit Auslieferungsstart Mitte Oktober sowie die Premiere des GLC BEV Anfang November an, die das Portfolio am Subkontinent weiter ausbauen sollen.

Die Transportersparte Vans erwies sich zuletzt als Stabilitätsanker. Mit einem Plus von 1 Prozent auf 84.400 Fahrzeuge hielt sich das Segment im dritten Quartal nahezu auf Vorjahresniveau. Insgesamt aber bleibt der Druck auf das Kerngeschäft hoch, da der Wettbewerb im wichtigen Markt China nach Konzernangaben intensiv und das Umfeld weiterhin schwierig ist. In dem Land gehören der GLC und die E‑Klasse zu den meistverkauften Baureihen des Herstellers und machen dort fast zwei Drittel der Pkw-Verkäufe aus. Die anhaltende Schwäche in China, die bereits im zweiten Quartal mit einem Absatzminus von rund 30 Prozent sichtbar war, unterstreicht für Mercedes-Benz die Bedeutung eines breiter diversifizierten Wachstums – mit Märkten wie Indien, in denen das Premium- und Luxusgeschäft derzeit gegensätzlich zum Trend zulegt.